Beweise es mir
Gibt es einen Beweis für die Auferstehung? Worauf können wir uns stützen? Wir feiern Ostern - 50 Tage lang, bis Pfingsten. So groß ist dieses Ereignis, das sich darauf stützt, dass Menschen diese Botschaft glauben und weitergeben. Allen ein frohes Osterfest und eine gesegnete Osterzeit!
„Ich gebe Dir mein Wort“ – aber wem reicht das schon? Wir leben in einer Zeit, die Beweise braucht, am besten schriftlich. Protokolle, die nochmal von allen gegengelesen und bestätigt werden müssen, beglaubigte Urkunden und Verträge. Wir haben Angst, dass jemand nochmal die Meinung ändern könnte oder sich an Gesagtes nicht mehr erinnert. Oder jemand merkt, dass eine Entscheidung ihm zum Nachteil wird, und ändert deswegen seine Meinung. Vielschichtig wären Gründe, die aufgeführt werden könnten, um Beweise zu rechtfertigen.
Das „leere Grab“ am Auferstehungstag Jesu wäre ein Beweis dafür, dass er wirklich vom Tod auferstanden ist. Aber ist dieses leere Grab glaubhaft? Oder könnten da nicht welche betrogen und den Leichnam aus dem Weg geschafft haben, um die Auferstehung vorzutäuschen? Dieser Zweifel besteht von Anfang an, wodurch das leere Grab als Beweis ausfällt.
Die eigentliche Begründung liefert tatsächlich die Botschaft des Engels, der verkündet, dass der Gekreuzigte auferstanden ist. Diese Botschaft ergeht nach einem gewaltigen Erdbeben – in der Bibel ein Zeichen dafür, dass sich Gott offenbart. Die Frauen schenken der Engelsbotschaft Glauben – und werden zu den ersten Evangelistinnen, den ersten Botschafterinnen dieser Nachricht, die die Welt verändert.
Mehr Beweis haben wir also nicht, keine Urkunde – nur Zeugnisse. Begegnungen und Erfahrungen, die Menschen mit dem Auferstandenen gemacht haben, aber nicht nur in unmittelbarer Nähe zum ersten Ostersonntag, sondern durch die Jahrhunderte hindurch, immer dann, wenn sie erfahren haben, dass der Glaube an Jesus Christus Kraft und Mut gibt. Dass Glaube ermöglicht, anderen zu vergeben und sich zu versöhnen. Dass Glaubende eintreten für Frieden und Gerechtigkeit. Dass Glaubende die Nächsten in den Blick nehmen und nicht nur für sich selbst sorgen.
Solche Menschen werden in einer leistungs- und gewinnorientierten Gesellschaft oft als naiv angesehen. Es braucht sie allerdings heute mehr denn je, wenn wir sehen, wie es in unserer Welt zugeht, wie Egoismus, Hass und Gewalt zunehmen. Da braucht es diejenigen, die einer Botschaft glauben, die ein Versprechen wahr gemacht hat, das Gott von Anfang an gegeben hat, seit der Erschaffung der Welt: dass er da ist – und sich finden lässt. Dass er den Tod besiegt und den Menschen in diese Auferstehung Jesu Christi mit hineinnimmt.
Für mich klingt das überzeugend und ich glaube diesem Engel und den Frauen bis heute. Auch ganz ohne Beweise.



