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Kolpingjugend Deutschland

Generation ALLES EGAL gibt Laut

Wenn junge Menschen nach ihren Perspektiven nach der Schulzeit befragt werden, bekommt man folgende Antworten: „dann werde ich mal rumharzen“, „dann schimmel ich erstmal ab“.

Frage: Ist jeder seines Glückes Schmied?

Der einfache Lesende findet die Wortwahl lustig oder alltäglich, der aufmerksame Lesende fängt an zu denken: 14, 15 oder 16 Jahre alt, das private und berufliche Leben noch vor sich und keine Chance in der Zukunft sehen? Das kann doch wohl nicht wahr sein – zu faul, zu langsam, zu blöde! Schnell ist die passende Antwort gefunden. „Selber schuld - Jeder ist seines Glückes Schmied!“, sagt doch schon das Sprichwort.



Aber stimmt das denn wirklich?

Ich denke nein. Nach PISA wissen wir, dass die soziale Herkunft, also das Umfeld wie Freundeskreis, Wohnviertel, Familie, ein, wenn nicht sogar DER entscheidende Faktor in der Entwicklung von jungen Menschen ist. Er entscheidet darüber, zu welcher Schule du gehst, wie du nachmittags nach der Schule weiter gefördert wirst, damit du eines Tages auf deinen eigenen Beinen stehen kannst.

Viele Personen sind in meinem Umfeld daran beteiligt gewesen, dass ich so werden konnte wie ich jetzt bin… und ich bin sicherlich noch lange nicht fertig. Aber was ist, wenn es junge Menschen gibt, die nicht dieses Glück haben, gefördert zu werden, ernst genommen zu werden, denen keine Zeit zur freien Entfaltung gegeben wird?



Die Jugendverbandsarbeit kann viel bewirken!

Die Jugendverbandsarbeit kann und soll diese und ähnliche Fragen aufwerfen und zur Diskussion stellen. Eine ca. 30-köpfige Gruppe von CAJ, afa und Kolpingjugend haben sich beim ÖKT genau diese Fragen gestellt und in München die Aktion „Wis(c)hMUT“ durchgeführt. Sie sind mit den entscheidenden gesellschaftlichen Akteuren ins Gespräch gekommen. Politiker waren auch dabei, aber vielmehr waren es Bürgerinnen und Bürger, die wach gerüttelt wurden.



Wir Verbandler, aber auch jede und jeder andere ist aufgefordert, daran mitzuwirken, Gesellschaft so zu gestalten, dass junge Menschen für sich Lebensperspektiven entdecken. Alles egal – aber nicht mit uns!



Frank Gärtner

Jugendpolitischer Bildungsreferent der Kolpingjugend Deutschland

Köln, im Juli 2010

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